
Bericht von Johannes Landgraf, Stadtratskandidat (Bündnis 90/Die Grünen) zur Kommunalwahl 2026
Am Montag, den 02. März 2026, hat die Stadtverwaltung Rothenburg gemeinsam mit dem Planungsbüro Dr. Kaulen das lang erwartete umfassende Radverkehrskonzept vorgestellt. Ziel ist es, den Radverkehr systematisch zu stärken und eine durchgängige, sichere Infrastruktur zu schaffen. Der vollständige Abschlussbericht wird noch im März auf der Homepage der Stadt veröffentlicht.
Die Analyse: Wo stehen wir heute?
Grundlage des Konzepts ist eine detaillierte Bestandsaufnahme, die durch Befahrungen, Ortsbegehungen und die Einbeziehung lokaler Akteure sowie Bürgerinnen und Bürger erstellt wurde. Das Ergebnis ist deutlich:
- Status Quo: Lediglich 47 % der aktuellen Radverkehrsführung sind als „gesichert“ einzustufen.
- Problemzone Gehweg: Ein erheblicher Anteil der gesicherten Führung findet auf Gehwegen statt. Das Konzept kritisiert dies deutlich: Mischverkehr mit Fußgängern (z. B. „Fahrrad frei“) berge hohes Konfliktpotenzial und sei „keine zukunftsfähige Standardlösung“.
Das „Wunschnetz“: 85 Kilometer für die Zukunft
Auf Basis der Analyse wurde ein Zielnetz entwickelt, das die Mobilität der Zukunft in Rothenburg definieren soll:
- Umfang: Ein Netz von rund 85 Kilometern Länge.
- Reichweite: Einbindung des gesamten Stadtgebiets inklusive aller Ortsteile (z. B. Bettenfeld, Leuzenbronn,…).
- Leitprinzip: Ein zentraler Satz des Berichts bringt es auf den Punkt: „Radverkehr ist Fahrverkehr und muss fließen.“
Qualität vor Provisorien
Das Konzept setzt klare Standards für die Infrastruktur, um das Fahrrad als echtes Ganzjahres-Verkehrsmittel zu etablieren:
- Ganzjährige Nutzbarkeit: Verbindlicher Winterdienst und ausreichende Beleuchtung.
- Infrastruktur für alle: Berücksichtigung von Lastenrädern und Anhängern durch ausreichende Breiten und großzügige Querungshilfen.
- Trennung der Verkehrsarten: Vorrang für eigenständige Lösungen statt bloßer Beschilderung auf Gehwegen.
Zeitplan und Umsetzung
Die Maßnahmen sind in drei Phasen unterteilt:
- Kurzfristig: Optimierung von Beschilderung und Markierungen.
- Mittel- bis langfristig: Bauliche Veränderungen und Netzlückenschlüsse.
- Zielhorizont: Eine vollständige Umsetzung erscheint bis zum Jahr 2036 realistisch.