Haushaltserklärung

Haushaltserklärung 2026

Grüne Stadtratsfraktion Rothenburg

(Hier ist die Haushaltserklärung / Haushaltsrede unserer Grünen Stadtratsfraktionsvorsitzenden Beate Junkersfeld in der Stadtratssitzung Rothenburg ob der Tauber vom 26.02.2026)

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

es lohnt sich, zu Beginn die Ausgangslage unseres Haushalts gemeinsam zu betrachten. Für diesen Haushalt ist eine Kreditaufnahme erforderlich. Die Mindestzuführung zum Vermögenshaushalt wird gerade noch erreicht, die freie Finanzspanne bleibt gering.

Das sind keine dramatschen Schlagzeilen – aber es sind klare Signale: Unsere finanziellen Spielräume werden enger.

Gerade deshalb kommt es jetzt entscheidend auf unsere Prioritäten an. Ein Haushalt ist kein Wunschkonzert, sondern Ausdruck politischer Haltung. Jeder Euro muss sich daran messen lassen, ob er Lebensqualität sichert, Folgekosten senkt und kommende Generatonen entlastet.

Steigende Pflichtausgaben, hohe Energiepreise und wachsende Anforderungen an Verwaltung und Infrastruktur stellen uns vor erhebliche Herausforderungen. Der vorliegende Haushalt zeigt jedoch: Rothenburg bleibt handlungsfähig.

Wir investieren weiterhin in Schulen und Kinderbetreuung, in Feuerwehr und Straßenunterhalt, in den Breitbandausbau, in Gebäudesanierungen und in die Erschließung eines Neubaugebiets. Das sichert die Grundlagen unserer Stadt.

Kreditaufnahme ist dann verantwortbar, wenn sie Werte schafft – in Infrastruktur, Bildung, Energieffizienz und Klimaschutz. Wer heute nicht investiert, spart nicht, sondern verschiebt die Rechnung auf morgen. Das ist für uns eine Frage der Generationengerechtgkeit. Zukunfsinvestitionen sind kein Luxus, sondern solide Finanzpolitik.

Ein zentraler Schwerpunkt unserer Stadtpolitik bleibt der Klimaschutz. Mehr Grünfächen, Entsiegelungen und Photovoltaik auf geeigneten Dächern sind ökologisch geboten und stärken zugleich die Wirtschaftskraft unserer Stadt. Eine entschlossene Wärmewende und Investitionen in Energieffizienz lohnen sich doppelt: Sie schonen die Umwelt und senken dauerhaft unsere Ausgaben. Jeder Euro, den wir heute in diese Maßnahmen investieren, sichert Lebensqualität und Handlungsspielräume für kommende Generationen.

Auch die Mobilität ist Teil dieser Strategie. Gute Fuß- und Radwege tragen entscheidend dazu bei, wie sicher und lebenswert unsere Stadt ist. Dazu gehört eine verlässliche Ladeinfrastruktur – besonders in der Altstadt – damit Elektromobilität im Alltag für Anwohnerinnen, Besucherinnen und Betriebe funktioniert.

Die Altstadt selbst braucht dringend eine ökologische Alternatve zur bisherigen Gasversorgung. Die Stadtwerke müssen hierfür Konzepte entwickeln und zügig umsetzen. Gleichzeitg ist es erforderlich, den Einbau von Wärmepumpen da zu ermöglichen wo sie gewünscht sind. Damit schaffen wir eine nachhaltige Energieversorgung, die ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und zukunftsfähig ist.

Unsere Stadt lebt vom Tourismus – und vor allem von den Menschen, die hier wohnen und sich engagieren. Die Förderung des Ehrenamts, der Vereine sowie der Jugend- und Kulturarbeit bleibt zentral. Diese Bereiche sind kein Luxus, sondern der soziale Kitt unserer Stadtgesellschaft.

Dabei stellt sich die Frage: Wie soll der Tourismus der Zukunft aussehen? Mehr Gäste, mehr Autos, mehr Parkdruck – oder lieber eine andere Form von Tourismus? Eine kluge Neuausrichtung würde viele aktuelle Probleme lösen und gleichzeitg die Attraktvität für Besucher und Einheimische erhöhen.

Nachhaltige Stadtentwicklung heißt, Altstadt und Kulturlandschaft zu bewahren und zugleich neue Wohnungen für Menschen mit geringerem Einkommen zu schaffen. Ziel ist es, den Wohnraum im Baugebiet Himmelweiher zu entwickeln – auch wenn aktuell keine Fördermitel dafür vorhanden sind. Wenn Auszubildende, Pflegekräfte oder Beschäftigte keinen Wohnraum finden, verliert die Stadt an Substanz. Vielfalt auf dem Wohnungsmarkt ist auch wirtschaftlich notwendig.

Wir erkennen die Realität begrenzter Mittel an. Kommunalpolitik ist immer ein Ringen um Balance zwischen Wünschenswertem und Machbarem. Stillstand wäre jedoch die teuerste Option. Nicht zu investieren heißt nicht zu sparen – es heißt, Probleme wachsen zu lassen.

Unser Anspruch ist, Rothenburg ökologisch, wirtschaftlich und sozial verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. Generationengerechtigkeit bedeutet für uns: heute solide wirtschaften, ohne morgen Handlungsspielräume zu verbauen.

Der Haushalt 2026 ist kein Aufbruchshaushalt. Aber er übernimmt Verantwortung, setzt Weichen für Bildung, Infrastruktur und Klimaschutz und hält unsere Stadt handlungsfähig. Wir stimmen ihm in der vorliegenden Form zu.

Abschließend danken wir unserer Kämmerin, Frau Gackstatter, und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die sorgfältige und transparente Ausarbeitung dieses Haushalts, Herrn Oberbürgermeister Dr. Naser sowie allen Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat für die gute
und kollegiale Zusammenarbeit.

Vielen Dank.

Für die Frakton Bündnis 90/Die Grünen
Beate Junkersfeld
26.02.2026



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